Roundtable

Einladung zum 7. Runden Tisch der Bonn Platform for Forced Migration Studies

Immer noch ein Vorbild? Kanadas Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik im Wandel

Mit seinem multikulturellen Gesellschaftsmodell und seiner pluralen Einwanderungspolitik gilt Kanada seit Jahrzehnten als internationaler Referenzpunkt. Insbesondere im Bereich der Flüchtlingsaufnahme nimmt das Land seit Langem eine Vorreiterrolle ein – etwa durch innovative Programme wie die in den 1970er Jahren eingeführten privaten Flüchtlingspatenschaften, die international als Modell wahrgenommen und vielfach adaptiert wurden. Zusammen mit seinen gesteuerten, punktbasierten Zuwanderungsmechanismen hat all dies Kanada den Ruf eines Landes mit einer herausragenden „Willkommenskultur“ eingebracht, die auch in Deutschland intensiv diskutiert wurde. Im nordamerikanischen Vergleich wird Kanada dabei häufig, insbesondere vor dem Hintergrund restriktiverer Entwicklungen im nordamerikanischen Kontext seit der Wiederwahl von Donald Trump 2017, als das „liberalere Gegenmodell“ zu den Vereinigten Staaten gelesen.

Der Vortrag von Dagmar Soennecken (Professorin an der York University, Kanada) fragt, inwiefern dieses Bild unter den Bedingungen jüngerer politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen noch zutrifft. Im Zentrum stehen Veränderungen in der Steuerung von Migration und Flucht, Verschiebungen in der politischen Rhetorik nach der Wahl Mark Carneys sowie neue Spannungen zwischen innenpolitischen Interessen, humanitären Verpflichtungen und wirtschaftlichem Druck. Anhand aktueller Reformen – darunter die Verabschiedung von Bill C-21 – und politischer Debatten wird analysiert, ob und wie sich Kanadas Ansatz transformiert und inwieweit externe und interne Dynamiken diesen Wandel vorantreiben. Der Beitrag geht damit der Frage nach, ob das „bessere“ Nordamerika zunehmend der Vergangenheit angehört.

Die Diskussion wird angeregt von Petra Bendel, Professorin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dort Leiterin des Forschungsbereich Migration, Flucht und Integration (MFI) und Gründungsmitglied des Center for Human Rights (CHREN).

Die Veranstaltung und die Diskussion sind offen für alle Interessierten aus Forschung und Praxis. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und möchten Sie im Anschluss zu einem kleinen Empfang einladen (ab 18:30 Uhr), um die Gespräche in gemütlicher Atmosphäre fortzuführen.

Ort: Festsaal im Hauptgebäude der Universität Bonn

Bitte melden Sie sich bis zum 28. April 2026 hier an:

https://terminplaner6.dfn.de/b/64081c58e5fe1a3849d07277831f674c-1689817

Gerne können Sie diese Einladung auch an Kolleg*innen und Freund*innen weiterleiten, die am Runden Tisch interessiert sein könnten!