FFVT Spring / Summer School 2022 „Flucht, Governance und Menschenrechte“

Im Sommer 2021 wird die Genfer Flüchtlingskonvention 70 Jahre alt. Welche Fortschritte wurden seit 1951 gemacht—insbesondere in Hinblick auf die Menschenrechtslage der Betroffenen? Welche Lücken bestehen noch? Auf welcher Ebene der Politikgestaltung? Und wie können wir diese angehen? Welche Rolle spielt die Flüchtlingsforschung dabei? Und welche Rolle könnte sie spielen? Welcher Risiken und Schwierigkeiten sollten wir uns bewusst sein, und welche Möglichkeiten gibt es, diese Herausforderungen zu meistern? Was müssen wir beachten, wenn wir ein nachhaltiges Studienfeld etablieren wollen, das der dem Thema eigenen Komplexität Rechnung trägt?

Nachwuchswissenschaftler*innen in der Flucht- und Flüchtlingsforschung zusammenzubringen und diesen Fragen nachzugehen ist das Ziel der interdisziplinären Spring/Summer School „Flucht, Governance und Menschenrechte“, die 2022 in Nürnberg stattfinden wird (das genaue Datum hängt von der Entwicklung der Coronapandemie ab) und die von dem Centre for Human Rights Erlangen-Nürnberg (CHREN) ausgerichtet wird. Masterstudent*innen, Doktorand*innen wie auch Postdoktorand*innen aller Fachrichtungen können an der Veranstaltung teilnehmen, die in dem Rahmen des Projekts „Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer“ (FFVT) stattfindet.

Um eine solide Basis zu schaffen, mit der über verwandte Themen und ihr Zusammenspiel reflektiert werden kann, wird die Spring/Summer School unterschiedliche Ansätze aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringen. In einem ersten Block wird es um die Entstehung und den Status Quo des weltweiten Flüchtlingsregimes sowie die Relevanz der universellen Menschenrechte in diesem Zusammenhang gehen: Inwieweit werden die Menschenrechte für Geflüchtete umgesetzt, und was genau wird im Hinblick auf diese Rechte gefordert? Sie Dann werden Forderungen nach einer „Bekämpfung der Fluchtursachen“ durch die Entwicklungspolitik oder -zusammenarbeit sowie die verschiedenen nationalstaatlichen und regionalen Regelungen zur Aufnahme von Geflüchteten kritisch hinterfragt.

Der zweite Block der Spring/Summer School konzentriert sich auf die in Deutschland, insbesondere auf lokaler Ebene, beteiligten Akteure. Obwohl die Gründe der Flucht im nationalstaatlichen System selbst liegen und nationale Regierungen nach wie vor die Souveränität über ihre Grenzen beanspruchen, sind sie nicht die einzigen beteiligten Akteure: Private Akteure, Nichtregierungs- bzw. zivilgesellschaftliche Organisationen, internationale Organisationen und Kommunen haben sich zunehmend an der Neuformulierung von Antworten auf die Probleme Geflüchteter beteiligt.

Zusammenfassend wird diese Spring/Summer School folgendes behandeln:

  • Die historische Entstehung von Menschenrechten und Flüchtlingsschutzstandards, einschließlich nach-kolonialer Perspektiven;
  • Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz, Diskurse und der Darstellung von Asyl in den Medien;
  • formale Governance und weniger sichtbare Verwaltungspraktiken,
  • die sich verändernden Konfigurationen heutiger Flüchtlingsregime in verschiedenen Teilen der Welt und auf verschiedenen Ebenen der Regierungsführung und
  • die Perspektiven verschiedener Akteure, einschließlich der Erfahrungen von Geflüchteten selbst.

Workshops zu Forschungsmethoden und die Ethik der Forschung ergänzen fachliche Beiträge. Darüber hinaus wird nicht nur ein Kulturprogramm im Herzen der Stadt Nürnberg, der Stadt des Friedens und der Menschenrechte, die Spring/Summer School ergänzen sondern auch verschiedene Treffen mit Praktikern stattfinden, die in diesem Bereich tätig sind, als möglicher ‚Realitätscheck‘ für Akademiker*innen, die sich mit diesen Themen befassen. Schließlich dient sie dazu, Netzwerke zu verfestigen und bietet Zeit und Raum für einen offenen Gedankenaustausch. Ein Forum dafür sind Kolloquien, in denen die Forschungsprojekte der Teilnehmer*innen diskutiert werden können.

Alle Informationen zum Programm und zu den Teilnahmebedingungen werden hier veröffentlicht—Bleiben Sie dran!

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